Archiv für Januar 2010

Compile Error s2-liplianin Ubuntu 9.10

Und wieder eine Notiz an die Welt da draußen, die mit ihren anfänglichen C-Kenntnissen auf die Suche nach einem Fehler waren, der sich wie in folgendem Listing ausdrückt: http://pastie.org/pastes/421392
Leider spuckt Google auch nur dieses Listing von jemandem, der scheinbar das selbe Problem hat, aus.
Damit Google auch das hier findet: error: 'struct v4l2_ext_controls32' has no member named 'controls'

Und was wars? Nix! Im wahrsten Sinne. Es fehlt nämlich eine Datei in den Linux-Headern bei Ubuntu. Wie kann das kommen? Ganz einfach: Das Makefile löscht sie nach einem make rminstall. Ich denke nicht, das dies beabsichtigt ist.

Na ja, wie bekommt man es wieder hin?
aptitude purge linux-headers-2.6.31-17-server
aptitude install linux-headers-2.6.31-17-server

Klar, es gibt auch ein reinstall, aber dabei kam die Datei nicht zurück. Und diejenigen, die mit dpkg blind umgehen können, können auch rausfinden, welche Datei nun gefehlt hat. Ich wollte (musste) schnell den TV-Empfang wiederherstellen. Blöd, wenn das dev-System im Wohnzimmer steht.

Ach, und noch ein Tipp für die Leute, die Mercurial noch nie angewendet haben: make update holt Änderungen ab und “aktiviert” diese dann im lokalen repo. Dann einfach make -j4 && make install und wir sind wieder aktuell.

Von OpenSource und Bäckern

Als ich noch bei einer mittelständischen Computerkette im Verkauf tätig war (ich war jung, Student und brauchte das Geld) kam es zur folgenden Situation mit einem Kunden:

  • Kunde Hallo! Ich brauche einen DSL-Router. Welchen können Sie empfehlen?
  • Ich Der Linksys Router hier ist ein guter.
  • Kunde Ah ja. Warum? Also, was macht ihn besser als die anderen?
  • Ich Nun, z.B. hat er eine open source Firmware… Kunde unterbricht mich, er scheint mit dem Begriff was anfangen zu können.
  • Kunde Oh! Nein, dann nehme ich den auf keinen Fall. Der ist ja dann total unsicher.

Tja, was soll man da sagen. Zur Erklärung oder Aufklärung kam es nicht, der Kunde verließ ziemlich schnell das Geschäft. In Gedanken beschäftige ich mich manchmal dennoch mit der damaligen Situation, denn wer weiß, wann man nochmal jemandem erklären muss, was open source ist und warum das nicht sicherer ist. Ich würde es nun folgendermaßen tun:

Stellen Sie sich zwei Bäcker nebeneinander vor. Der rechte verkauft Rosinenbrötchen, der andere ebenfalls. Geht man beim rechten ins Geschäft und fragt nach dem Rezept, weil sie einem so gut schmecken, würde man nur ausgelacht mit der Begründung “Da könnt ich ja gleich den Laden zu machen!”.
Beim linken hängt das Rezept im Schaufenster. Jeder kann es sehen. Man muss nichtmal ins Geschäft dafür gehen. Es kommt vor, dass Omas ins Geschäft kommen und sagen “Wenn sie das Mehl in der Milch länger quellen lassen, schmeckts noch besser!”. Oder ein Lebensmittelingenieur gibt den Tipp, die Fliegen durch Rosinen zu ersetzen. Alles wird vom Bäcker ausprobiert und wenn es sich bewährt hat, mit ins Rezept aufgenommen.
Klar, manche schreiben sich das Rezept ab und backen es nach. Da ist auch nichts gegen einzuwenden. Die meisten bleiben jedoch bei ihrem Stammbäcker, denn dort wird das Rezept am ehesten verbessert.
Mit der Zeit kommen sogar mehr Kunden zum linken. Denn so ein Kerngeschäft wie der tägliche Brot- und Brötcheneinkauf ist Vertrauenssache.

Wer jetzt den Einwand hegt “Hey, der Bäcker der rechten Bäckerei könnte sich doch auch immer am Rezept der linken bedienen!” hat volkommen recht. Die Lizenz besagt jedoch, dass alle Änderungen jedoch dem Autor des Rezepts mitgeteilt werden müssen.